Im Rahmen eines Seminars durften wir als 10. Klasse die Uniklinik in Erlangen besuchen und uns intensiv mit dem Thema Organspende beschäftigen. Dabei bekamen wir viele medizinische Informationen, lernten aber auch die persönlichen und ethischen Seiten der Organtransplantation kennen. Das Seminar bestand aus mehreren Vorträgen und Gesprächen, die uns das Thema nähergebracht haben.
Zu Beginn wurde erklärt, was eine Organtransplantation überhaupt ist und wie sie entstanden ist. Bereits 1954 fand die erste Nierentransplantation statt, später folgte 1967 die erste Herztransplantation. Organtransplantationen gelten heute als großer Fortschritt der Medizin. In Deutschland können unter anderem Nieren, Herzen, Lungen, Lebern oder die Bauchspeicheldrüse transplantiert werden.
Ein besonders wichtiges Thema war der Hirntod. Uns wurde erklärt, dass der Hirntod den vollständigen und irreversiblen Ausfall aller Hirnfunktionen beschreibt und in Deutschland als Voraussetzung für fast alle Organspenden gilt. Gleichzeitig wurde aber auch über Zweifel und Kritik gesprochen. Viele Menschen fragen sich, ob ein hirntoter Mensch wirklich tot ist oder ob man dabei noch etwas empfinden kann. Dadurch merkten wir, dass Organspende nicht nur ein medizinisches, sondern auch ein ethisches Thema ist.
Außerdem erfuhren wir, dass es in Deutschland nur wenige Organspender gibt. Im Vergleich zu anderen Ländern wie Spanien ist die Spenderquote deutlich niedriger. Viele Menschen besitzen keinen Organspendeausweis oder beschäftigen sich kaum mit dem Thema. Dadurch entstehen lange Wartelisten für Patienten, die dringend ein Organ benötigen. Besonders bei Nieren kann die Wartezeit mehrere Jahre betragen.
Im Seminar wurde uns außerdem erklärt, wie eine Organtransplantation abläuft. Nachdem ein passendes Organ gefunden wurde, muss alles sehr schnell gehen. Das Organ wird entnommen, transportiert und für die Operation vorbereitet. Dabei wird kontrolliert, ob das Organ gesund ist und keine Schäden oder Mängel aufweist. Anschließend wird es gekühlt und möglichst schnell transplantiert. Organisationen wie Eurotransplant koordinieren dabei die Verteilung der Organe zwischen mehreren europäischen Ländern. Kriterien wie Blutgruppe, Erfolgsaussichten oder Dringlichkeit spielen dabei eine wichtige Rolle.
Besonders spannend war der persönliche Vortrag eines Patienten, der selbst eine Nierentransplantation erhalten hatte. Er erzählte uns von seinem Leben vor der Operation und wie stark ihn die Krankheit eingeschränkt hatte. Vor der Transplantation musste er regelmäßig zur Dialyse, was viel Zeit kostete und körperlich sehr anstrengend war. Er berichtete, dass sich sein Zustand immer mehr verschlechterte und sein Alltag sehr eingeschränkt war.
Nach der Transplantation verbesserte sich sein Leben jedoch deutlich. Er sagte, dass er wieder mehr Energie hat und er seinen Alltag viel freier gestalten kann. Gleichzeitig erklärte er aber auch, dass eine Transplantation nicht bedeutet, sofort wieder völlig gesund zu sein. Er muss täglich Medikamente einnehmen, die verhindern, dass sein Körper die neue Niere abstößt. Allerdings erhöhen sie auch das Risiko für Infektionen und andere Krankheiten. Trotzdem meinte er, dass die Transplantation ihm deutlich mehr Lebensqualität gegeben hat.
Der persönliche Bericht machte das Thema für uns besonders deutlich. Man konnte merken, wie sehr eine Organspende das Leben eines Menschen verändern kann. Uns wurde bewusst, wie schwierig Entscheidungen rund um Organspenden für Betroffene und Angehörige sein können.
Insgesamt war das Seminar sehr interessant und lehrreich. Besonders die Mischung aus medizinischen Fakten, ethischen Fragen und persönlichen Erfahrungen machte den Besuch an der Uniklinik Erlangen zu einer besonderen Erfahrung. Das Seminar hat uns gezeigt, wie wichtig Organspenden sein können und wie viele Menschen dadurch eine zweite Chance im Leben bekommen.
Lina Arellano ,Sophia Stolte , Johanna Röckelein



